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Leidenschaft Independentfilm

Meine kreativen Beiträge, bzw. "Independent" Projekte finden Sie in der rechten Menüleiste. Finanzieller Segen bleibt mit meinen "Indies" definitiv unerreichbar, aber der Spaß an der Sache selbst ungebrochen.


Die "Indies"

Der Begriff Independentfilm entstand erst in den 1980ern, als die nächste Generation junger Regisseure begann, abseits der Studios ihre Filme zu realisieren, die sich als inhaltlich und formal eigenständig erwiesen und eine explizite Gegenbewegung auslösten: John Sayles "Die Rückkehr nach Secaucus" kostete im Jahr 1980 60.000 Dollar und erzielte Bruttoeinnahmen von zwei Millionen Dollar. Jim Jarmusch spielte 1984 mit "Stranger Than Paradise" zweieinhalb Millionen Dollar ein, Spike Lees "She's Gotta Have It" sogar über sieben Millionen. Ab Mitte des Jahrzehnts erhielten die Indies mit Filmen wie Der Kuss der Spinnenfrau, Zimmer mit Aussicht oder Platoon einen regelmäßigen Platz bei den Oscar-Verleihungen. Steven Soderberghs Sex, Lügen und Video lief 1989 als erster Indie-Film in Multiplex-Kinos. Reservoir Dogs öffnete folgend das Independentkino dem Genrekino und zog ein ganz neues Publikum an. Tarantinos Nachfolger Pulp Fiction sorgte mit seinem überraschenden Millionenerfolg dafür, dass die Studios sich für die billigen, aber renommeeträchtigen Indies zu interessieren begannen.


"Indies"
außerhalb der USA

Inzwischen werden allgemein Filme als Independentfilm bezeichnet, wenn sie versuchen, mit wenig Geld eine künstlerisch ambitionierte Idee umzusetzen, unabhängig davon, aus welchem Land sie kommen und welcher Finanzier hinter der Produktion steht. In Deutschland begann mit dem Jungen Deutschen Film und dem hiervon inspirierten Oberhausener Manifest ab Beginn der 1960er eine Neuorientierung des Films, die um eine realistische Darstellung der Gegenwart und Gesellschaft bemüht war. Deren Filmemacher bemühten sich um eine finanzielle und geistige Unabhängigkeit und setzten sich bewusst in Gegensatz zum damaligen Mainstream. Hierzu gehören vor allem Rainer Werner Fassbinder, Wim Wenders, Volker Schlöndorff, Werner Herzog, Jean-Marie Straub, Alexander Kluge und Eberhard Fechner. Diese Hochzeit des deutschen Films fand ihr Ende etwa zeitgleich wie ihre amerikanischen (New Hollywood) und britischen (Free Cinema Movement) Pendants. Zur Zeit bietet Das kleine Fernsehspiel vor allem jungen Filmemachern im Fernsehen eine Plattform für günstige, engagierte Filme. Eine herausragende Rolle für den deutschen Independentfilm spielt der X-Filme Creative Pool, eine deutsche Film- und Fernsehproduktionsfirma, die ursprünglich von den Regisseuren Tom Tykwer, Dani Levy und Wolfgang Becker sowie dem Produzenten Stefan Arndt gegründet wurde. Seit Juni 2007 steht eine von dem deutschen Filmregisseur Thomas Bohn initiierte Webplattform online. Indie-Stars bietet deutschen, österreichischen und schweizer Filmemachern ein Forum für ihre ohne Förderung und Fernsehgelder produzierten Filme. Entsprechend der finanziellen Ausstattung deutscher Filmfestivals konzentrieren sich die meisten auf Indies. Die bekanntesten sind die Internationalen Hofer Filmtage, das Internationale Filmfest Oldenburg sowie das in Saarbrücken beheimatete Filmfestival für Nachwuchsfilmer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, in dessen Rahmen jährlich der renommierte Max-Ophüls-Preis vergeben wird.
Vor allem in skandinavischen Kinos propagierte Dogma 95 ein Kino fernab der auf Effekten bedachten, wirklichkeitsfernen Realitätsfluchten. Die wichtigsten Festivals für Independentfilme sind das Sundance Festival und das Cannes Film Festival. Als international bedeutendste Filmpreise in diesem Bereich gelten der amerikanische Independent Spirit Award sowie die British Independent Film Awards.